Synopsis

“Es ist unmöglich, beim Wettbewerb dieselbe Emotionalität zu erreichen, wie im Minarett.” Obwohl er das weiß, entschließt sich Halit Aslan, Muezzin der historischen Istanbuler Fatih Moschee, sich beim nationalen Gebetsrufwettbewerb mit seinen Kollegen zu messen. Mit Leichtigkeit qualifiziert er sich für das Istanbul Finale und weiß, dass sein Ruf als Muezzin der berühmten Fatih Moschee darunter leiden würde, dort schlecht abzuschneiden.

Sein Lehrer ist Habil Öndes, ein Imam und Meister des Gebetsrufes, der seine musikalische Ausbildung am Istanbuler Konservatorium absolvierte, allerdings nicht um Musiker zu werden, sondern um sein musikalisches Wissen in die Moscheen zu tragen. “Du wirst unter die ersten Drei kommen, so Gott will.”, ermutigt er seinen Schüler Halit, mit dem er die Liebe zu den musikalischen Details des Gebetsrufes teilt. Seine Meinung ist gewichtig, einige seiner Schüler sind unter den Türkei-Siegern der letzten Jahre. Und: er ist Jurymitglieder des Gebetsrufwettbewerbes. Es scheint, als wäre der Aufstieg ins nationale Finale für Halit nur eine Formsache.

Doch niemand hat mit Isa Aydin gerechnet, einem frommen Imam aus einer kleinen Vorstadt Moschee, der mit seiner hohen Stimme die Ohren der Jury zu überzeugen weiß. Sein künstlerischer Anspruch bleibt hinter seinem Pragmatismus zurück: “Je mehr Leute ich mit meinem Gebetsruf in die Moschee locke, desto erfolgreicher bin ich.” Mit dieser Formel im Gepäck begibt sich Isa Aydin nach Edirne im äußersten Westen der Türkei, wo er Istanbul beim nationalen Finale gegen 9 weitere Gebetsrufer aus Anatolien vertritt. Der Druck ist groß, waren doch die Gewinner der beiden Jahre zuvor ebenfalls aus Istanbul: “Wenn du nicht unter die ersten Drei kommst, wie kannst du dich dann nach Istanbul zurücktrauen?”, bringt es Vorjahressieger Mustafa Yaman auf den Punkt.